Wir tanzen unser Leben. Jeder Tag hat eine andere, doch sich immer gleichende, Choreografie; und wir tanzen sie. Bei Geburt wird sie uns in die Wiege gelegt, wir saugen sie beim ersten Atemzug in unsere noch unschuldigen Lungen und vergessen sie erst, wenn sie sich nicht mehr füllen. Dazwischen liegt er, der Tanz des Lebens, ein Kreis von endlosen Wiederholungen. Wir können nicht ausbrechen, tanzen immer dieselbe Schrittfolge ohne es zu realisieren. Unsere Füße bewegen sich, ohne dass wir darauf Einfluss haben; wir können nicht stoppen, wenn sie schmerzen, wir können uns nicht in Bewegung setzen wenn wir wieder zu Kräften gekommen sind. Der Tag kennt kein Erbarmen; denn die Welt, auf der wir Tanzen gibt den Takt vor; sie dreht sich, schneller als wir es je könnten. Sie dreht, und dreht, und dreht sich…
Und dann.
Dann hörst du dich auf zu drehen; deine Lungen verblasen das Leben, das in ihnen gewohnt hat. Du tanzt nicht mehr, du liegst still auf der Welt- die sich noch dreht. Und auch ich drehe mich, endlos im Kreis um dich herum, wo deine Schritte sein sollte. Ich tanze ein einsames Duett; ich kann die Choreografie nicht beenden, nach dem mein Partner nicht mehr da ist. Ich kann nicht stoppen, um eine Pause einzulegen, um dir zu gedenken; denn die Welt dreht sich, hört nicht auf, reißt mich mit.
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