Sonntag, 21. September 2008

In einem Menschen

Im Generischen Femininum
Wenn man geboren wird, hat man noch kein genaues Bild von den Menschen, die eine umgeben. Dann lernt mensch sie langsam kennen: zuerst nur mit den Namen –Mama, Oma, … -.
Dann, später, beginnt man auch ansatzweise zu begreifen, was diese Worte bedeuten; warum ein Mensch überhaupt eine „Mama“ oder eine „Oma“ für jemanden ist. Was so ein Mensch für das eigene Leben bedeutet; wie er es prägt, wie er es gegeben hat.
Irgendwann werden einem kleinen Kind dann die Verwandtschaftstrukturen erklärt, die eine Familie ausmachen: das die Oma die Mutter der Mama ist, die Tante die Schwester der Mama und auch ein Kind der Oma. Manche begreifen es früher- manche später. Vielleicht hängt es davon ab, ob mensch selbst Geschwister hat.
Und dann wird man immer älter; mensch lernt die Menschen kennen, ihre Persönlichkeiten. Jede hat Stärken, jede hat Schwächen.
Doch haben wir alle eine eigene Sicht auf jede Verwandte; wir sehen sie meistens „nur“ als Mutter, „nur“ als Tante.
Mehr lernen wir erst zu sehen, wenn die Mutter am Sarg der Großmutter steht und trauert.
Dann erst begreifen wir wirklich, da auch sie eine Tochter war.

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