Am Notebook. Jede Taste zu finden ist schwer; die Mutter die neben einem sitzt, weiß es kaum besser.
Es gilt einen Menschen zu beschreiben, sie in wenigen Worten zusammenzufassen. Was hat sie im Leben erreicht? Was lässt man weg, was schreibt man hinein? Welche Namen sollten genannt werden, welche besser nicht?
Und dann die Uneinigkeiten: wie formuliert man einen Satz, der sich eigentlich über Jahre hinwegstreckt. Wann schreibt man hinein, wenn Geschwister gestorben sind; Menschen, die man nur flüchtig von schwarz weiß Fotos kennt. Wie ordnet man sie in ein Leben ein, von dem man selbst nur so wenig mitbekommen hat? Wo ordnet man sich selbst ein, die Geschwister? Aus welcher Sicht beschreibt man Ereignisse, die nicht mehr ins Heute passen? Zeiten, über die man am liebsten Schweigen würde? Wie will man sie aufschreiben; ist es eine Lüge, sie wegzulassen?
Und dann ist man fertig. Man sitzt vor dem, was man geschrieben hat, und man fragt sich, warum ein so langes Leben auf eine A4 Seite passen kann.
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